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Effiziente Lagerprozesse – So optimieren Sie Ihre Lagerlogistik

Welche Prozesse gibt es und wie lassen sie sich optimieren?

Stellen Sie sich vor: Ein dringender Auftrag muss raus, doch die gesuchten Produkte sind im Lagerchaos kaum zu finden. Genau hier entscheiden effiziente Lagerprozesse über Erfolg oder Frust. Von der präzisen Erfassung beim Wareneingang bis zur blitzschnellen Kommissionierung – jeder Schritt zählt, um Bestellungen fehlerfrei und schnell abzuwickeln. Optimierte Prozesse sparen Zeit, Kosten und sorgen für zufriedene Kunden sowie weniger Stress im Lageralltag.

Was sind Lagerprozesse? – Eine kurze Definition

Lagerprozesse umfassen alle Schritte, die innerhalb eines Lagers ablaufen – vom Wareneingang bis zum Versand. Ziel ist es, die Waren jederzeit verfügbar zu haben, Bestellungen schnell zu bearbeiten und die Lagerfläche effizient zu nutzen. Dazu gehört nicht nur die Planung, sondern auch die kontinuierliche Optimierung der Abläufe. Eine klare Struktur und abgestimmte Prozesse sorgen dafür, dass alles reibungslos ineinandergreift.

Wareneingang und Qualitätsprüfung

Der Wareneingang ist der erste Schritt in der Lagerlogistik und legt den Grundstein für effiziente Prozesse. Hier werden die eingehenden Waren zunächst entladen, gezählt und auf Beschädigungen oder Abweichungen überprüft. Eine präzise Erfassung sorgt dafür, dass die Bestände korrekt aktualisiert werden und Fehlbestände oder Überhänge gar nicht erst entstehen.

Die Qualitätsprüfung erfasst die Waren direkt beim Wareneingang. Beschädigte oder fehlerhafte Produkte sortiert das System sofort aus, bevor sie ins Lager gelangen. Das spart Zeit und verhindert spätere Probleme im Logistikprozess. Automatisierte Prüfsysteme mit Scannern, Sensoren und intelligenter Software übernehmen die Erfassung und Prüfung effizient. Sie erkennen Mängel wie falsches Gewicht oder Beschädigungen. Diese Automatisierungen reduzieren Fehler auf ein Minimum und stellen sicher, dass nur einwandfreie Produkte ins Lager kommen, was die Effizienz der folgenden Prozesse erhöht.

Einlagerung und Lagerplatzmanagement

Nach der Kontrolle erfolgt die Einlagerung der Waren. Eine effiziente Lagerplatzverwaltung gewährleistet kurze Wege und sorgt dafür, dass die verfügbare Fläche optimal genutzt wird. Es gibt unterschiedliche Strategien, um Waren effizient einzulagern. Zwei der gängigsten sind die chaotische Lagerhaltung und die feste Lagerhaltung:

  • Chaotische Lagerhaltung: Hierbei werden Waren nicht fest einem Platz zugewiesen, sondern dort gelagert, wo gerade Platz ist. Ein gut funktionierendes Lagerverwaltungssystem (LVS) ist hierbei Voraussetzung, um jederzeit den Überblick zu behalten. Der Vorteil: eine hohe Raumausnutzung und flexible Platzverwaltung.
     
  • Feste Lagerhaltung: Dabei hat jede Ware einen festen Lagerplatz. Dies erleichtert die Orientierung und eignet sich besonders für Unternehmen mit einem überschaubaren Sortiment. Der Nachteil: weniger flexibel und oft nicht die effizienteste Nutzung der Lagerfläche.

Der Mix macht's: Eine Kombination beider Strategien kann sinnvoll sein. Schnell drehende Artikel werden chaotisch gelagert, während selten benötigte Produkte feste Plätze haben. 

Kommissionierung

Die Kommissionierung gehört zu den aufwändigsten Prozessen im Lager und beeinflusst maßgeblich die Effizienz der gesamten Lagerlogistik. Hier werden Waren anhand von Kundenaufträgen zusammengestellt, verpackt und für den Versand vorbereitet. Je effizienter dieser Prozess abläuft, desto schneller kann die Ware das Lager verlassen.

Kommissionierungsstrategien für mehr Effizienz:

  • Pick-by-Voice: Kommissionierer erhalten Anweisungen per Sprachsteuerung, was die Hände frei hält und die Geschwindigkeit erhöht. Diese Methode eignet sich besonders für große Lager mit vielen unterschiedlichen Artikeln.
     
  • Pick-by-Light: Lichtsignale an den Lagerplätzen zeigen an, welche Artikel entnommen werden müssen. Diese Methode reduziert Suchzeiten und minimiert Fehler, was besonders bei hohen Durchlaufmengen von Vorteil ist.
     
  • Batch-Kommissionierung: Mehrere Bestellungen werden gleichzeitig bearbeitet. Das spart Wege und ist besonders sinnvoll, wenn häufig gleiche Artikel benötigt werden.

Technologie als Erfolgsfaktor 

Der Einsatz von Barcodescannern und mobilen Geräten macht die Kommissionierung präziser und schneller. Sie verhindern Fehlgriffe, aktualisieren die Bestände in Echtzeit und minimieren manuelle Fehler. Auch die Platzierung häufig genutzter Artikel in der Nähe der Packstationen spart Zeit und sorgt für kürzere Durchlaufzeiten.

Versand und Warenausgang

Nach der Kommissionierung erfolgt der Versand – der letzte Schritt im Lagerprozess. Hier entscheidet sich, ob die Ware pünktlich und in einwandfreiem Zustand beim Kunden ankommt. Eine durchdachte Verpackungslogistik sorgt dafür, dass Artikel schnell und sicher verpackt werden. Dabei spielen standardisierte Verpackungsmaterialien und -größen eine zentrale Rolle, um Zeit zu sparen und die Produkte optimal zu schützen.

Effiziente Verpackungsprozesse: Die richtige Verpackung entscheidet darüber, ob die Waren gegen Beschädigung gesichert sind. Polstermaterialien und angepasste Kartongrößen minimieren eventuelle Mängel während des Transports und sparen Lagerplatz.

Tracking für maximale Transparenz: Tracking-Systeme sind inzwischen Standard und bieten zahlreiche Vorteile. Sie ermöglichen eine lückenlose Nachverfolgung der Sendung, erhöhen die Transparenz für Kunden und erleichtern die Bearbeitung von Rückfragen. Automatisierte Versandlabel und Schnittstellen zu Versanddienstleistern sparen zudem Zeit und minimieren Fehlerquellen.

Kennzahlen als Erfolgsindikator: Regelmäßige Auswertungen der Versandprozesse helfen, Schwachstellen zu identifizieren. Zu den wichtigen Kennzahlen zählen Durchlaufzeiten, Retourenquote und die Anzahl fehlerhafter Sendungen. 

Herausforderungen in der Lagerlogistik

Die Lagerlogistik gleicht oft einem Balanceakt: Einerseits sollen Bestände jederzeit verfügbar sein, andererseits dürfen die Kosten nicht aus dem Ruder laufen. Hinzu kommen Herausforderungen wie Platzmangel, zeitraubende Prozesse und die Notwendigkeit präziser Bestandsführung. Doch keine Sorge – mit den richtigen Strategien lassen sich auch diese Hürden meistern.

Bestandsgenauigkeit

Ungenaue Bestände führen schnell zu Produktionsstopps und verzögerten Lieferungen. Die Ursachen liegen oft in fehlerhaften Erfassungen, ungenauen Prognosen oder unkontrollierten Entnahmen. Abhilfe schaffen automatisierte Bestandsführungssysteme, die Bewegungen in Echtzeit dokumentieren. Auch der Einsatz von RFID- und Barcode-Systemen erhöht die Präzision. Regelmäßige Inventuren decken Abweichungen frühzeitig auf und verbessern die Planungssicherheit. 

Platzmangel

Steigende Produktvielfalt und größere Bestellmengen sorgen häufig für Platzprobleme im Lager. Eine Erweiterung ist jedoch oft teuer und aufwändig. Eine bessere Lösung ist die vertikale Lagerung durch hohe Regalsysteme und Lagerbühnen. Auch Verschieberegale optimieren die Auslastung, indem sie Platz für ungenutzte Gänge einsparen. Eine regelmäßige Analyse der Auslastung zeigt zudem Optimierungspotenzial auf.

Zeitmanagement

Lange Laufwege und ineffiziente Prozesse kosten nicht nur Zeit, sondern auch Geld. Eine durchdachte Wegeplanung reduziert diese Verluste erheblich. Dabei sollten häufig benötigte Artikel nah beieinander gelagert werden. Auch die Priorisierung von Aufträgen trägt dazu bei, Engpässe zu vermeiden. 

Technologien zur Optimierung von Lagerprozessen

Um Prozesse effizient zu gestalten und Engpässe zu vermeiden, setzen Unternehmen zunehmend auf moderne Technologien. Automatisierte Systeme, Echtzeit-Daten und smarte Softwarelösungen helfen dabei, Bestände präzise zu verwalten und Abläufe zu beschleunigen.

Automatische Lagersysteme

Automatische Lagersysteme ermöglichen es, Waren schnell und präzise ein- und auszulagern, ohne dass manuelle Eingriffe erforderlich sind. Diese Systeme arbeiten mit Regalbediengeräten, die über Schienen und Fördertechniken gesteuert werden. Besonders in Hochregallagern entfalten sie ihr volles Potenzial, indem sie auch in großen Höhen zuverlässig arbeiten. Der Vorteil: geringere Fehlerquoten und eine deutliche Zeitersparnis. Zudem lassen sich Lagerflächen durch kompakte Bauweisen optimal ausnutzen. Dank kompakter Bauweisen wird die Raumausnutzung maximiert, während die Fehlerquote deutlich sinkt.

ERP-Systeme und Lagerverwaltung

ERP-Systeme bündeln alle Lagerprozesse in einer zentralen Softwarelösung. Sie unterstützen die Bestandsverwaltung, die Beschaffung sowie die Steuerung von Lieferzeiten. Mit Echtzeit-Daten lassen sich Engpässe frühzeitig erkennen und die Ressourcen effizient nutzen. Auch die Kommissionierung wird durch Lagerverwaltungsmodule erheblich erleichtert, was für eine höhere Produktivität sorgt.

IoT und Sensorik

Das Internet der Dinge (IoT) eröffnet neue Möglichkeiten für die Lagerlogistik. Sensoren an Regalen und Paletten erfassen Bewegungen und übermitteln die Daten direkt an die Lagerverwaltung. Dadurch lassen sich Bestände in Echtzeit überwachen, Temperaturschwankungen erkennen und unbefugte Zugriffe melden. IoT-Lösungen liefern zudem wertvolle Daten zur Optimierung der Lagerprozesse, indem sie besonders stark frequentierte Bereiche identifizieren.

Best Practices für effiziente Lagerprozesse

Effiziente Lagerprozesse sind kein Zufall, sondern das Ergebnis klarer Strategien und kontinuierlicher Optimierung. Mit den richtigen Maßnahmen können Unternehmen ihre Lagerlogistik nicht nur beschleunigen, sondern auch Fehler und Kosten minimieren. Hier sind einige bewährte Best Practices, die Ihnen dabei helfen:

Mitarbeiterschulungen:

  • Regelmäßige Schulungen gewährleisten, dass Mitarbeitende mit den neuesten Technologien und Prozessen vertraut sind.
     
  • Fokus auf Sicherheitsstandards, effiziente Kommissionierungstechniken und den Umgang mit Lagerverwaltungssystemen.
     
  • Qualifizierte Mitarbeitende reduzieren Fehlerquoten und tragen zu einem reibungslosen Ablauf bei.

Regelmäßige Prozessanalysen:

  • Erfassung und Auswertung relevanter KPIs wie Durchlaufzeiten, Kommissionierfehler und Bestandsgenauigkeit.
     
  • Identifizierung von Engpässen und Ineffizienzen durch kontinuierliches Monitoring.
     
  • Ableitung konkreter Maßnahmen zur Optimierung von Transportwegen und Lagerflächen.

Lean Management:

  • Zielgerichtete Maßnahmen zur Vermeidung von Verschwendung – sei es durch unnötige Wege, überflüssige Bestände oder Wartezeiten.
     
  • Anwendung von Lean-Prinzipien wie 5S (Sortieren, Systematisieren, Säubern, Standardisieren, Selbstdisziplin) für eine strukturierte Lagerumgebung.
     
  • Fokus auf schlanke Prozesse zur Steigerung der Produktivität und Reduzierung von Kosten.

Fazit

Effiziente Lagerprozesse sind weit mehr als nur eine organisatorische Maßnahme – sie sind ein entscheidender Wettbewerbsvorteil. Eine durchdachte Lagerlogistik reduziert nicht nur Kosten, sondern sorgt auch für kürzere Durchlaufzeiten und eine höhere Bestandsgenauigkeit. Von der optimalen Nutzung der Lagerfläche über den Einsatz moderner Technologien bis hin zu regelmäßigem Prozess-Controlling: Jedes Detail zählt.

Unternehmen, die auf automatisierte Lagersysteme, qualifizierte Mitarbeitende und eine kontinuierliche Prozessoptimierung setzen, schaffen die Basis für reibungslose Abläufe und eine schnelle Lieferfähigkeit. So sichern sie nicht nur ihre Kundenzufriedenheit, sondern auch ihre Wettbewerbsfähigkeit.

 

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